Häkeln gegen die Kälte

Noch immer macht der Frühling irgendwo anders auf dieser Welt Urlaub – nur nicht bei uns in Deutschland. Kein Wunder, dass mancher da auf die Idee kommt, dem einen oder anderen ein wärmendes Strickkleid überzuhelfen. Und sei es nur einem Denkmal. Wie die “Schlanke Mathilde” in Hörde. Diese ist von eifrigen Häklerinnen und Häklern der Jugend[Kultur]Werkstatt* in ein wärmendes Wollkleid gehüllt worden.

Damit greifen die jungen Damen und Herren einen Trend auf, der längst als “Guerilla Stitching”, “Urban Nitting” oder auch “Powerhäkeln” bekannt ist. Die moderne Form der Straßenkunst verhüllt Gegenstände vorübergehend in Wolle.

Manchmal soll mit dem Guerilla-Stricken auch auf politische Miss-Stände hingewiesen werden. Wie etwa über die Osterfeiertage: Da wurde in Leipzig die so genannte “Demokratieglocke” auf dem Augustusplatz eingestrickt. Die Leipziger Bunte Strick-Guerilla wollte damit auf den Umgang mit Denkmälern in der Stadt aufmerksam machen. Und ganz nebenbei bekam das in Leipzig umstrittene “Ei” wenigstens zu Ostern eine sinnvolle Bedeutung. Die Stadtverwaltung nahm es zumindest gelassen.

Was oder wen würdet Ihr gern mal einstricken?

*) Die Jugend[Kultur]Werkstatt ist eine von drei Jugendwerkstätten in Dortmund und wird durch Mittel des Landes NRW (Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW) sowie durch das Jugendamt der Stadt Dortmund gefördert. Darüber hinaus ist es ein Leitprojekt des “Aktionsplans Soziale Stadt Dortmund”. Träger der Jugend[Kultur]Werkstatt in Hörde sind die Grünbau GmbH und die dobeq GmbH.

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Frohe Frostern!

Normalerweise würden wir jetzt von Frühlingsgefühlen, grünen Wiesen und hoppelnden Osterhäschen schreiben. Wie die Wahrheit aussieht, wisst ihr selbst, wenn Ihr aus dem Fenster schaut. Wir sparen uns an dieser Stelle schlechte Wortwitze (okay, bis auf die Überschrift) und wünschen Euch trotzdem ein schönes Osterfest mit viel Ruhe und Erholung sowie natürlich jeder Menge Zeit, um die kreativen Ideen der CREATIVA auszuprobieren. Ein paar Anschauungsobjekte haben wir hier für Euch zusammengefasst:

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Endlich Frühling!

Endlich Sonnenschein, endlich wärmere Temperaturen, endlich gucken die ersten Frühblüher aus der grünen Wiese, endlich ist Frühling! Riecht Ihr das auch? Herrlich, oder?

Okay, okay… Wir geben es ja zu. In diesem “draußen” vor der Haustür herrscht noch immer eisiges Warten auf den Lenz. Dafür haben wir auf der CREATIVA wunderbare Frühlingsboten entdeckt, die richtig viel Lust aus Sonne, Picknick im Park und Kreativität an frischer Luft machen. Kommt mal mit!

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CREATIVA 2013 endet mit 78.000 Besuchern

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Mit einem erfolgreichen Ergebnis endet die CREATIVA 2013. Zum 32sten Mal fand Europas größte Messe für kreatives Gestalten statt – und das mit einer Spitzenbeteiligung von 732 Ausstellern (2012: 663) aus insgesamt 16 Ländern.

Das die Messe bei Ausstellern und Themen überzeugt, zeigt die Zahl der Besucher: Insgesamt kamen rund 78.000 Besucher, um sich über kreative Neuheiten zu informieren, Kreativtechniken kennen zu lernen und für Freizeit und Beruf einzukaufen. Ein Drittel der Besucher kamen aus einer Entfernung von 100 bis über 300 Kilometern – viele gar aus den Benelux-Staaten, Polen, Österreich und der Schweiz.

Im nächsten Jahr findet die CREATIVA vom 19. bis 23. März 2014 in Dortmund statt.

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Männer wagen sich in die Frauendomäne

2013_creativa_101Trends gibt es so einige im kreativen Handwerk für 2013. Einer ist männlich: Denn kreatives Handwerk wie Stricken erfreut sich zunehmend auch bei Männern großer Beliebtheit. Das zeigt nicht zuletzt die CREATIVA. So waren in diesem Jahr auf Europas größte Messe für kreatives Gestalten feststellbar mehr Männer unterwegs – 30 Prozent mehr als noch im Vorjahr!

Zwar ist die CREATIVA noch immer fest in Frauenhänden, doch der männliche Anteil der Besucher wächst. Waren 2012 noch 6,7 Prozent der Besucher männlich, stieg der Anteil in diesem Jahr auf immerhin auf 8,1 Prozent!
Auf der Facebook-Seite der CREATIVA zeigt sich ein ähnliches Verhältnis: Hier sind rund 8% der Fans Männer!

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Hort der kreativen Trends

Das wohl größte Theme der diesjährigen CREATIVA waren die Handarbeiten. Stricken, nähen und häkeln boomen aller Orten – auch und vor allem wieder bei jungen Kreativen.

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Iris Wessel, Inhaberin des Dortmunder Stoffladens Tante martha, bekam dies wie alle anderen Stände und Workshops, die sich um das Thema drehen, zu spüren: “Die Besucher kamen teilweise von ganz schön weit, sogar aus der Schweiz”, weiß sie zu berichten. Die CREATIVA ist aber nicht nur ein Ort, um sich für die nächste Zeit mit Material einzudecken oder neue Facetten des eigenen Werkens zu entdecken. Sie ist auch ein Ort des sich Austauschen könnens. So freut sich Maria Nehfischer vom österreichischen Wollgeschäft “Zum schwarzen Schaf”: “Ich finde es toll, dass eine so große Messe wie die CREATIVA mit so viel Herz und Menschlichkeit geführt wird.”

Doch natürlich ist Stricken und Co. nicht das einzige Thema der bunten CREATIVA.
Auch das Thema Scrapbooking boomt nach wie vor. Workshops zum Thema waren an allen Messetagen ausgebucht.
Im Bastelzirkus betreuten Thomas Leu und sein Team von Kunst & Kreativ über die gesamte Messedauer zudem mehr als 600 Workshopteilnehmer täglich.

Für dieses Jahr ist die CREATIVA zu Ende – mit einem guten Ergebnis.

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Kunst mit Spulen

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Jaroslava Perény ist Künstlerin mit ganzem Herzen. Die Wahl-Berlinerin malt Bilder nicht nur mit Farben – sie klöppelt sie auch.

Eigentlich wird das Klöppeln zur Herstellung von Spitze verwendet. “Darin aber”, gesteht Jaroslava, “bin ich überhaupt nicht gut!” Und so hat sie das Klöppeln vor 30 Jahren auch nicht gelernt, um Spitze zu fertigen – sondern direkt, um damit zu malen.
Die gelernte Maschinenbau-Ingenieurin erschafft auf diese Weise eindrucksvolle Bilder.

Neben eigenen Werken fertigt Jaroslava auch Auftragsarbeiten. Auf der CREATIVA kann man aber vor allem Werke von ihr sehen, die sie auch verkauft – in Form von “Klöppelbriefen”. Diese Vorlagen für eigene Klöppelbilder zeigen die Punkte auf, an denen die Nadeln auf einer Unterlage befestigt werden müssen, anschließend führt man den Garn in verschiedenen Wegen an diesen Nadeln entlang. Die Briefe entstehen in mindest ebenso aufwendiger Arbeit, wie Klöppelbilder oder Spitze selbst: “Wenn ich eine Idee habe, zeichne ich eine Skizze”, beginnt Jaroslava ihren Arbeitsweg zu beschreiben. Anhand dieser Skizze fertigt sie dann das Bild, und dann erst den Klöppelbrief. Sie verkehrt den normalen Weg zur Erstellung der Klöppelbriefen demnach einfach um, lässt erst Kreativität und dann Planung walten.

Jaroslava hat die Klöppeltechnik als Erste in Deutschland für das “Malen” auf Leinwänden eingesetzt. Sie wollte damals etwas Neues erschaffen – das ist ihr gelungen. Die faszinierenden Motive locken jede Menge Besucher zum Stand H4.E22, den sie mit ihrem Ehemann führt. Der erzählt voller Leidenschaft von der Arbeit seiner Frau, gibt erst im Lauf des Gespräches zu, dass er “fast nichts davon versteht” – den Eindruck hat man nicht. Aber vielleicht ist es auch nur das typische Understatement des Ehepaars, dass mich im Lauf unseres Gesprächs wahrscheinlich mehr Dinge über mich gefragt hat, als ich sie über ihre Arbeit … Eine beeindruckende Begegnung, welche die beeindruckende Werke Jaroslavas noch mehr im Gedächtnis verankert haben.

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Im Stempelparadies

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Stempel in Handarbeit fertigt Yvonne Leistner mit ihrer Das Kaleidoskop – Die Stempelschmiede . Dabei legt die Siegenerin viel Wert auf Qualität: “Aktuelle Stempel sind meistens aus Photopolymer gefertigt”, erzählt Bärbel Born, die ihrer Freundin auf der CREATIVA am eigenen Stand hilft. Und Yvonne ergänzt: “Unsere Stempel werden aus vulkanisiertem Gummi gefertigt, sind damit wesentlich haltbarer.”

Das bedeutet nicht nur, dass die Stempel von Yvonne länger halten – mit ihnen könnten beispielsweise auch Wachssiegel gefertigt werden, ohne den Stempel zu ruinieren. Sie sind hitzeunempfindlicher.

Über 5.000 Motive hat Yvonne in ihrer Kollektion – hier sollte jeder fündig werden: “Stempeln ist nicht mehr ganz so beliebt wie vielleicht noch vor einigen Jahren. Aber im Bereich Scrapbooking, oder beim Fertigen von Karten und ähnlichen sind Stempel noch immer eine gute Wahl. Mit ihnen kann man eigene Vorlagen machen, kreativ sein”, ermuntert Bärbel die Experimentierfreude. Dass sie zumindest auf der CREATIVA niemanden ermuntern muss zeigt der große Besucherandrang am Stand 6.B04 (Halle 6) …

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Frühlingsboten auf der LandGarten.kreativ

Biher zeigt uns der März im wahrsten Sinn des Wortes die kalte Schulter – doch der Frühling kommt, wenn auch zögerlich, auf jeden Fall in diesem Jahr. Wer schon jetzt Lust auf Frühling hat, der ist auf der neuen LandGarten.kreativ im Rahmen der CREATIVA bestens aufgehoben. Sie ist der Treffpunkt für alle Gartenliebhaber und Naturfreunde, die sich gerne mit dem Garten beschäftigen und ihre Kreativität im Grünen ausleben. Dazu kommen das klassische Kunsthandwerk, Landhausmode und ländliche Delikatessen.

Nicht nur “für draussen” ist übrigens genug Inspiration hier vorhanden. Der Sonderbereich liefert auch für die Gestaltung des “Grünen Wohnzimmers” jede Menge frische Ideen …

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Malen mit natürlichen Farben

“Global denken, lokal handeln”, unter dieser Prämisse finden sich seit einigen Jahren Projekt-Ideen und -Umsetzungen zusammen, die nachhaltige Wege zum leben finden wollen. Eines davon, das mit einem eigenen Stand auf der CREATVA vertreten ist, ist “sevengardens“.

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Foto: Tibor Schäfer/sevengardens

Das Projekt greift eine vergessene Idee wieder auf: Die von Färbergärten.
Einst waren diese überall dort zu finden, wo Farbe benötigt wurde – egal, ob für das Färben von Kleidern oder das Herstellen von Kunst. So zeugen noch heute Werke wie “das Buch von Durrow” (675 n.Chr.) oder der “Teppich von Bayeux” aus dem 11. Jahrhundert davon, dass damals gewonnene Farben nicht nur natürlich waren, sondern auch lang haltbar.

sevengardens nun ist ein Projekt, welches das verlorene Wissen um diese Färbergärten wieder zurück bringen will. Die darin engagierten Menschen gehen nicht nur an Schulen und Kitas, um Färbergärten zu initiieren, sondern auch in andere Länder. Einer dieser Menschen ist Hanna Schulte. Die junge Frau engagiert sich seit Beginn für das von der UNESCO ausgezeichnete Projekt.

“Das größte Vorurteil gegen diese natürlichen Farben”, berichtet Hanna, “ist die Sorge, ob die Farben lichtecht sind.” Und natürlich sind sie farbbeständig. “Ich habe meine Küche mit Spinatsaft gestrichen”, erzählt sie mit einem Lächeln und erwidert auf den skeptischen Blick des Bloggers: “Das sieht selbst zwei Jahre danach noch so satt grün aus. Und schimmeln tut da auch nix!”

Die aus Hibiskus oder Zwiebeln und anderen, teilweise etwas unbekannteren Pflanzen, gewonnenen Farben sind nicht ganz so strahlend, wie industriell hergestellte. Ein neon-rot wird man beim Auskochen oder überbrühen von Hibiskus nicht bekommen – aber sie sind natürlich, “bio”. Hannah berichtet, wie sie an Schulen Kurse für Mädchen gibt, wie diese sich ihre eigene Kosmetik herstellen und dabei auch auf diese Farben zurück greifen können. “Das ist manchmal schon sehr lustig, wenn man sieht, welchen Ekel manche jungen Frauen da haben, während sie sich die Creme aus der Tube ins Gesicht schmieren, ohne zu wissen, was drin ist.”

Auf der CREATIVA aber geht es natürlich darum, Künstlern die Vorteile der natürlichen Farben aufzuzeigen. Und das kommt an: “Wir treffen auf unheimlich viel Interesse, und das ist echt toll!”, strahlt Hannah. Pünktlich zur CREATIVA startete sie einen Shop zum Projekt. In diesem kann man – auf der CREATIVA oder Online – die getrockneten Pflanzen kaufen, mit denen sich eigene natürliche Farben herstellen lassen. So kann man schon testen, bevor man den eigenen Garten umgräbt – oder sich entsprechendes Material besorgen, wenn ein eigener Garten erst nicht vorhanden ist.

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Hannah Schulte, sevengardens & Ephraime Mosibi, Thabang Society

Auf der Messe findet man sevengardens in Halle 4, Stand 4.D08.
Das Projekt präsentiert sich hier zusammen mit der Thabang Society. Die südafrikanische NGO setzt sich u.a. für AIDS-Waisen ein und trägt die Idee der Färbergärten auf diese Weise nach Afrika. Dort entstehen zum Beispiel lokale Güter, die mithilfe der natürlich gewonnenen Farben ungiftig bemalt werden können.

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